Hattet ihr schon mal das Runner’s High – was ist das eigentlich?

Kennst du das Gefühl? Du läufst seit einer halben Stunde, die Beine werden eigentlich schwer, der Atem geht flach – und plötzlich passiert es. Ein Moment der absoluten Klarheit, eine Welle der Euphorie, die dich einfach weitertragen lässt. Die Anstrengung scheint plötzlich nebensächlich, und du fühlst dich fast schwerelos.

Herzlich willkommen im Runner’s High!

Was sich wie ein magischer Moment anfühlt, ist tatsächlich ein faszinierendes biologisches Phänomen. In diesem Artikel schauen wir uns an, was in deinem Kopf passiert, wenn die Endorphine dein Kommando übernehmen.

Was passiert da eigentlich in deinem Gehirn?

Lange Zeit dachte man, dass vor allem die Endorphine – unsere körpereigenen natürlichen Schmerzmittel – für dieses Glücksgefühl verantwortlich sind. Und ja, sie spielen eine grosse Rolle. Wenn dein Körper unter körperlicher Belastung steht, schüttet das Gehirn Endorphine aus, um Schmerzreaktionen zu dämpfen.

Doch die moderne Wissenschaft hat noch ein weiteres, entscheidendes Zünglein an der Waage gefunden: die Endocannabinoide. Das sind körpereigene Botenstoffe, die strukturell den Cannabinoiden ähneln. Sie helfen dabei, Stress abzubauen und ein Gefühl der Entspannung und Euphorie zu erzeugen. Wenn diese beiden Systeme zusammenarbeiten, entsteht dieser ganz besondere Zustand der Glückseligkeit.

Die Symptome: Woran erkennst du das High?

Das Runner’s High ist nicht bei jedem Lauf gleich intensiv. Es gibt jedoch klassische Anzeichen, die du vielleicht schon einmal erlebt hast:

  • Verlust des Zeitgefühls: Du denkst, du läufst erst seit fünf Minuten, dabei sind es schon dreissig.
  • Gefühl der Schwerelosigkeit: Die Anstrengung in den Beinen scheint zu verschwinden.
  • Euphorie und Euphorie: Eine tiefe innere Zufriedenheit und ein Gefühl von Unbesiegbarkeit.
  • Mentale Klarheit: Stressige Gedanken aus dem Alltag werden ausgeblendet; du bist vollkommen im «Hier und Jetzt».

Wie kannst du das Runner’s High fördern?

Das Beste vorweg: Es gibt keine Garantie, dass es bei jedem Lauf eintritt. Aber du kannst die Chancen erhöhen!

  1. Die richtige Intensität: Das Runner’s High tritt oft in einem Bereich auf, der weder zu locker noch zu extrem ist. Ein moderates Tempo, bei dem du zwar ausser Atem kommst, aber noch eine gewisse Kontrolle behältst, ist ideal.
  2. Regelmässigkeit: Dein Körper muss lernen, auf die Belastung zu reagieren. Ein regelmässiges Training bereitet das endokrine System (dein Hormonsystem) darauf vor, diese Stoffe effizienter auszuschütten.
  3. Dranbleiben trotz Widerstand: Oft beginnt der Lauf mit einem Kampf gegen den inneren Schweinehund. Das Runner’s High kommt meist erst, wenn die erste Phase der Anstrengung überwunden ist.

Fazit

Das Runner’s High ist die Belohnung deines Körpers für die harte Arbeit. Es ist ein natürlicher Motivationsschub, der das Laufen zu weit mehr als nur einer Sportart macht – es wird zu einer Form der Meditation in Bewegung.

Also, wenn du das nächste Mal vor der Tür stehst und die Motivation fehlt: Denk an das Gefühl der Schwerelosigkeit. Es wartet irgendwo auf deinem Weg!

Viel Spass beim nächsten Endorphin-Kick!

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